Nr. 5
Grano e Mare
Weizen und Meer, an der Schwelle des Ufers
- Technik
- Öl auf Leinwand
- Maße
- 45 × 60 cm
- Jahr
- 2024
Zwei Reihen hoher Strandgräser teilen sich wie Vorhänge und öffnen einen schmalen Durchgang durch die Dünen auf ein leuchtendes Fenster türkisfarbener Brandung. Ein heller Sandpfad, gesprenkelt mit lavendelgrauem Schatten, schwingt vom unteren Bildrand herauf und zieht den Blick unwiderstehlich zum Wasser. Darüber nimmt ein verhangener graublauer Himmel fast die halbe Leinwand ein, und eine einzelne weiße Möwe steht hoch in der Luft: Maßstab, Stille, Salzwind.
Die Gräser sind die physische Präsenz des Bildes: warmes Gold, Ocker, Rostrosa und Creme, ihre Samenstände in dicken Tupfern steifer Farbe aufgebaut, die über die Leinwand hinausragen und wirkliches Licht einfangen. Meer und Himmel dagegen sind dünn und glatt gemalt, sodass sich der Vordergrund buchstäblich als Relief gegen die Ferne erhebt, die er rahmt. Trocken gezogene dunkle Striche kratzen durch die Dünen wie vom Wind gebogene Halme.
Weizengold gegen Petrol, Terrakotta gegen Schiefer: Spätsommer an einem leeren Ufer, luftig und melancholisch und einladend zugleich. Der Betrachter steht an der Schwelle des Strandes, einen Schritt vom Wasser entfernt.
Der Titel bewahrt die eigene Sprache der Künstlerin: grano e mare, Weizen und Meer.
Der Pinselstrich
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In einem Raum